Urbane Rekartografie 1999 - 2004

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Sulzer | 2002 | Print

 

 

 

 

Autopoiesis

Professor Klaus Bodemeyer; Kressbronn
2003

Für Hermann-Josef Krug bietet sich in den Körpern und Räumen geräthafter Industriebauten die Stimulans zu visionärem Umgestalten und Umdeuten. Er entwirft bildhafte Alternativen zur technischen und historischen Realität von Bauten, die alle einmal aus der Kalkulation, nicht jedoch aus ästhetischen Normen entstanden sind. In ihrer neuen ästhetischen Realität treffen (im doppelten Wortsinn) berechenbare, unbegrenzt reproduzierbare wie auch individuelle, einmalige, manchmal zufällige Bildelemente aufeinander.

Die funktionalen, wirtschaftlichen und sozialen Brüche - also die Geschichte, welche Krugs Motive zu erzählen haben - übersetzt er in eine Bildstruktur, die ihrerseits aufgebrochen ist: in sachliche Dokumentation und aufgeladener Expressivität, in planvolle Konstruktion und spielerische Figuration; und dabei wendet er das Vorgefundene, Vergangene ins Potenzielle, Zukünftige. Das Medium Fotografie dient hier nicht nur als reicher Speicher gesammelter Bilddaten, aus dem unbegrenzte Neukombinationen zu generieren wären; vielmehr gelingt es ihm, eine distanzierte Ausdrucksqualität der Fotografie einzusetzen, die uns das Medium mit anderen Augen sehen lassen. Jean Baudrillard stellt diese Distanzierung eindringlich dar als das "Schweigen der Fotos"

"Schweigen nicht nur des Bildes, das auf jeden Diskurs, auf jeden Kommentar verzichtet, um in gewisser Weise innerlich gesehen und gelesen zu werden- aber auch das Schweigen, in das es den Gegenstand, den es einfängt, taucht, indem es diesen aus dem dröhnenden Kontext der realen Welt herausreisst... unabhängig davon, wie heftig die Gewalt, die Geschwindigkeit, der Lärm sind, die das Objekt umgeben, führt das Foto den Gegenstand in die Bewegungslosigkeit und in das Schweigen des Bildes. Mitten in der Stadt, mitten im Trubel, mitten im visuellen und auditiven Stress, stellt es wieder Leere her, schafft die Wüste neu..."